Die Lineare Beschreibung
Die lineare Beschreibung ist eine wertfreie Methode, um das Exterieur, die Mechanik und die Bewegungsabläufe eines Pferdes zu erfassen. Auf einer Skala von -3 bis +3 wird jedes Merkmal eingeordnet, wobei „0“ für eine durchschnittliche, unauffällige Merkmalsausprägung steht. Es werden also individuelle Stärken und Schwächen jedes Pferdes protokolliert ohne Wertnoten zu vergeben.
Ihren Ursprung hat die lineare Beschreibung in der Praxis, denn erfahrene Richter und Züchter praktizieren sie seit jeher:
Sie notieren sich Stichworte zu jedem Pferd, das sie zu beurteilen haben, sei es bei der Fohlenschau, der Stuteneintragung, der Körung oder auch der Leistungsprüfung. Diese Notizen kennen die Züchter des Pferdestammbuchs, denn sie sind enthalten auf den Fohlen- und Stutenzetteln sowie den Körprotokollen der (nicht-gekörten) Hengste.
Es geht immer darum, dem Züchter und Besitzer zu erklären, warum eine Note so und nicht anders gegeben wurde. Aus der Summe solcher Notizen ergeben sich aber auch Erkenntnisse zur Vererbung von Stuten und Hengsten und daraus folgt eine bessere Anpaarungsplanung, z.B. wenn es gezielt um die Verbesserung einzelner Merkmale geht.
Um diese Beschreibungen auch für eine Anpaarungsplanung zu nutzen, reicht allerdings ein Formular, das in der Ablage verschwindet, nicht aus,
Hierfür muss die EDV genutzt werden. In der Rinderzucht wird dieses Verfahren bereits seit Jahrzehnten angewendet, und auch in der Warmblutzucht in Deutschland wird es schon länger genutzt.
Im Rahmen des EIP-Projekts Erhaltungszucht Schleswiger Kaltblut ist die lineare Beschreibung ein wichtiger Bestandteil. Daher wurden zwei Tablets mit den erforderlichen Programmen angeschafft, die es ermöglichen, die Beschreibung online zu erstellen und in die Datenbank zu den Pferden zu speichern. Diese Daten bilden die Grundlage, um gezielte Anpaarungen vorzunehmen und damit die rassetypischen Merkmalsausprägungen zu erhalten.
Um ein möglichst umfangreiches Datenmaterial zu erhalten, werden alle kommenden Zuchtveranstaltungen des Pferdestammbuchs für die lineare Beschreibung genutzt. Zudem werden nach Absprache auch Zuchtbetriebe direkt besucht.
Zukünftig ist geplant, die Erfahrungen mit der linearen Beschreibung aus dem Förderprojekt der Schleswiger zu nutzen und dieses Verfahren auch bei anderen Rassen anzuwenden, um die Informationen für die Züchter deutlich zu verbessern.
DEJ
